5 Tipps für einen plastikfreieren Schulalltag

Ein herzliches „Servus“ aus München. Ich bin Lisa, 26 Jahre, Grundschullehrerin und darf euch heute einen kleinen Einblick geben, wie man Schule plastikfreier und damit nachhaltiger gestalten kann.

Auf meinem Instagram-Account „Nachhaltige Grundschule“ teile ich seit Dezember 2019 Ideen, wie man den Job als Lehrerin oder Lehrer müllfreier angehen kann.

Heute möchte ich euch aber 5 Tipps mitgeben, wie ihr als Eltern mithelfen könnt und somit schon in den Kleinen Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit als Konstante in ihrem Leben säen könnt

1.Brotzeitboxen

Eine Sache, die ihr wunderbar aus dem Kindergarten übernehmen könnt. Einmal eine plastikfreie Brotzeitbox, z.B. aus Edelstahl angeschafft, kann sie das Kind quasi ein Leben lang begleiten. Da viele Kids inzwischen sehr lange Zeiten in der Schule verbringen, empfiehlt sich entweder eine doppelstöckige Box oder eine mit herausnehmbaren Innenboxen, sodass ihr eine ausgewogene Mahlzeit mitgeben könnt.

2. Inhalt der Brotzeit

Die größte Tauschbörse in einem Klassenzimmer findet zur Frühstückspause statt. Da wird kräftig verglichen und gefeilscht und die Kinder sprechen sehr aktiv über den Inhalt ihrer Boxen. Das ist eine ganz wunderbare Möglichkeit, euer Kind ganz selbstverständlich an gesunde und müllfreie Ernährung heranzuführen. Dazu muss aber niemand 2 Stunden morgens schon ein Drei-Gänge-Menu vorbereiten! Aber ich stelle immer wieder fest, dass vor allem vermeintliche „kinderfreundliche“ Snacks wahre Plastikmonster sind. Kein Kind braucht einzeln verpackten Käse in Streifen und mir ist auch noch keines untergekommen, das mit einem Keks im Zellophan-Mantel besser gelernt hat oder beliebter war. Heiß begehrt sind hingegen Obststücke, Rohkoststicks, selbst gebackene Kekse und so weiter.

3. Heftumschläge

Jedes Kind benötigt für die verschiedenen Fächer diverse Umschläge und Hefter aller Art. Erst seit Kurzem gibt es hier gute Alternativen aus recyceltem Papier. Unterschiedliche Firmen bieten inzwischen sowohl optisch als auch haptisch wahnsinnig schöne Varianten an. Sie sind in der Anschaffung etwas teurer als die Plastikumschläge, halten aber, bei pfleglicher Behandlung, genauso gut. Eine perfekte Gelegenheit, gleich einmal den Umgang mit (und auch den Respekt vor) Produkten aus der Natur zu üben.

4. Geldtransport

In den meisten Fällen ist es unvermeidbar, dass mehrmals im Jahr Geld für Ausflüge, Kopien (ja, hier gibt es noch großen Verbesserungsbedarf in Sachen Müllreduktion) oder Projekte eingesammelt wird. Aus Lehrersicht kann ich davon ein Lied singen, in welch ein organisatorisches Chaos so eine Geldabgabe ausarten kann. Damit man das in Ruhe machen kann, wird oft darum gebeten, das Geld in einem beschrifteten Umschlag abzugeben. Oft stand ich da und hatte ein schlechtes Gewissen, diese einmal verwendeten Umschläge wegzuwerfen. Eine einfache Lösung bietet ein Briefumschlag, den man entweder im Mitteilungs- oder Hausaufgabenheft des Kindes oder in eine Mappe hineinklebt. Der Umschlag kann dann statt zugeklebt einfach zugesteckt werden. So kann das Geld in die Schule transportiert werden, durch das Heft kann man das Geld jedem Kind zuordnen und der Umschlag kann über Jahre weiterverwendet werden.

Hier ein Beispiel für einen Briefumschlag im Postheft

5. Kommunikation

Wenn ich eines in den letzten Jahren mit den Kids gelernt habe, dann, dass wir sie chronisch unterschätzen in ihrer Fähigkeit, Umweltschutz zu verstehen. Deshalb mein dringender Wunsch und Appell an euch alle: Sprecht mit euren Kindern über eure Veränderungen und Maßnahmen zum Schutz unseres Planeten. Erklärt, warum ihr das Auto stehen lasst, dass ihr die Gemüsenetze mitnehmt, warum ihr diese Süßigkeit nicht kauft und erzählt auch, wenn etwas noch nicht so gut läuft. Ich habe sogar schon mit meinen Erstklässlern inspirierende und faszinierende Gespräche geführt, in denen sie sich gegenseitig erzählen, warum ihre Brotzeit heute das und jenes beinhaltet oder warum sie Fahrrad fahren. Manche Kinder entdecken damit sogar schon früh einen wissenschaftlichen Zugang zu diesem Thema und erzählen den anderen dann von Treibhausgasen und Klimawandel. Kinder lernen am besten vom Modell und von Gleichaltrigen – also, nutzen wir diese Chance!

3 Kommentare

  1. Cristina

    Toller Beitrag und danke für die Tips. (Werd ich bestimmt umsetzen falls ich mal Kinder bekomm ^^)
    Ich hatte in der Schule auch immer Umschläge aus Papier weil ich als Kind schon eine Abneigung gegen Plastik hatte 😀 aber die waren ziemlich schnell abgegriffen und ekelig 😅

    • Danke, Cristina! Cool, dass dich das schon immer gestört hat. (Ich sag ja, man kann das Verständnis schon sehr früh prägen) Also meiner bisherigen Erfahrung nach halten die neuen Papierumschläge sehr gut und werden gar nicht eklig. Wobei meine Kids die auch meistens im Klassenzimmer haben. 🙂

  2. Ich hab da grad erst eine echt tolle Seite auf Instagram entdeckt, da gibt es Hefte ganz ohne Umschlag.. Man malt einfach die Ecken farbig an, sieht wirklich toll aus. Mein Sohn (9 Jahre alt) war auch begeistert. Die Hefte sind natürlich aus Recyclingpapier. Leider gibt es nur zwei verschiedene Lineaturen, aber trotzdem eine tolle Lösung finde ich. Die Seite heißt soisi.de, falls ihr mal gucken möchtet 😌

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