Second Hand Shopping im Vergleich

Second Hand Shopping ist seit einiger Zeit wieder richtig angesagt. Aus zwei Gründen. Second Hand gibt es ganz oft sehr ausgefallene Kleidungsstücke und zum anderen ist Second Hand nachhaltiger als etwas Neues zu kaufen.
Ich habe in den letzten 2 Jahren ein paar Teile Second Hand gekauft und vergleich hier ein paar Möglichkeiten für euch.

1. Second Hand Shops

In Second Hand Shop findet ihr ganz unterschiedliche Teile. Es gibt Second Hand Shops in vielen Größen. Manche sind so groß wie ein Wohnzimmer andere mehr als 150 qm².

Vorteile von Second Hand Shops:
– Stöbern macht hier viel Spaß ähnelt dem Einkauf im klassischen Geschäft
– oft finden sich lustige Teile die einen spontan zum Lachen bringen
– den Status des Kleidungsstückes kann man direkt vor Ort feststellen

Nachteile von Second Hand Shops:
– es gibt sie oft nur in größeren Städten
– bei einigen ist die Kleidung wenig oder gar nicht sortiert, sodass es sehr lange dauert etwas zu finden
– in ganz wenigen Shops in denen ich war ist der Geruch nicht so angenehm
– es kann lange dauert ein passendes Kleidungsstück zu finden auch wenn der Shop gut sortiert ist

Offline Second Hand Shops die ich mag
In Berlin auf jeden Fall die Kleidermarkt Garage. Die ist riesig also nehmt mindestens 1 Stunde Zeit mit. Ich war in vier Second Hand Läden in der Berlin und fand die Garage so cool, weil es dort wirklich auch sehr ausgefallene Dinge gab und gleichzeitig auch das Standard-schwarze-Top.

In Köln den Vintage & Rags, die haben auch einen Online Shop sehe ich gerade und Picknweight. Ich bekomme übrigens kein Geld für die Nennung der Marken!
Für Kinder mag ich den Lillipop in Köln am liebsten, weil er einfach riesig ist.

2. Second Hand Online Shops

Lange gab es keine wirklich guten Second Hand Online Shops. Da es an Filtermöglichkeiten und weiteren Funktionen fehlte. Mittlerweile gibt es 2 die ich richtig gut finde.
Einmal UBUP, daher ist auch das Kleid auf dem Foto und Mädchenflohmarkt (Affiliate Links). Bei Mädchenflohmarkt könnt ihr auch einfach Sachen verkaufen.

Vorteile von Second Hand Online Shops:
– die Filtermöglichkeiten sind super und ersparen Zeit. Ich kann direkt nach Größe, Farbe, Art und Zustand filtern.
– es ist ganz einfach so Kleidung ab Größe 44 zu finden, denn die gibt es hier
– es gibt hier sogar fair und nachhaltige produzierte Sachen, die über die Markensuche einfach zu finden sind.
– die Sachen werden direkt nach Hause geliefert und du musst dein Haus nicht verlassen, also wie beim klassischen Online Shopping
– die Auswahl ist riesig!

Nachteil:
– wenigstens bei einem der Shops wurde die Kleidung mit Etiketten versehen, die danach bei uns im Müll landeten. Es fällt also etwas Müll an.
– wie beim klassischen Online Shopping auch, die Sachen werden in einem Karton verpackt der dann auch Müll ist
– bei manchen Kleidungstücken steht der Status „Mit Schönheitsfehlern“, da weiß man oft nicht was dann genau der Schönheitsfeher ist

Hier wirst du mitgenommen auf eine Shoppin-Tour rund um das Second Hand Brautkleid.

3. Plattformen

Du kennst sie sicher bereits Kleiderkreisel, Mamikreisel, Ebay Kleinanzeigen und ähnliche. Alle 3 habe ich getestet und ich bin begeistert von Mamikreisel wenn es um Stoffwindeln geht. Bei Kleinanzeigen wenn es um Dinge geht, die wir abholen gehen.

Vorteile von Plattformen:
– du findest oft Dinge die du fußläufig abholen kannst
– oft findest du sogar neue Dinge
– du kannst immer mal reinschauen wann du gerade Zeit hast

Nachteile:
– manche Menschen auf diesen Plattformen sind wirklich sehr unverschämt und antworten sehr frech, manche sagen zu und melden sich dann nie wieder.
– du musst was den Zustand des Produktes angeht auf die Fotos und die Beschreibung vertrauen
– manchmal kann es sehr lange dauern bis du findest was du suchst

4. Freunde, Bekannte und andere Menschen

Die wohl nachhaltigste Alternative des Second Hand Shoppings ist das direkte Shopping. Über Kleidertauschparties, WhatsApp Gruppen oder den eigenen Status, Freunde oder Freundinnen direkt fragen (Karnevalskostüme oder Kleider für feiern könntet ihr euch auch ausleihen). Tauschparties gibt es auch manchmal in Städten, hier lohnt es sich einfach mal zu suchen. Es gibt auch Facebook-Gruppen.

Wie du eine Kelidertauschaparty veranstaltet, kannst du hier nachlesen.
5 Wege wie du gebrauchte Kleidung verkaufen oder sinnvoll spenden kannst, findest du hier.

Vorteil:
– oft ist es überraschend welche schönen Teile auf Tauschparties zu finden sind. Auf meiner Tauschparty war mal ein ganz neues Paar Sneaker
– du kommst fast kostenlos an neue Kleidung
– du tauschst dich mit Freunden*innen aus, mit denen du vielleicht sonst seltener Kontakt hast und so seht ihr euch nochmal wieder. Ich habe das mit ein paar Freundinnen gemacht die auch Kinder haben und die Kinder kamen mit.
– willst du deinen Kleidung so sinnvoll weggeben, spart es im Vergleich zu anderen Optionen oft Zeit, da die Freunde es direkt abholen oder du es mitbringen kannst

Nachteile:
– die Suche in Facebook Gruppen ist sehr zeitaufwendig
– das Angebot ist sehr begrenzt
– du nimmst was du kriegst, also wenn du die Vorstellung hast „heute hole ich mit ein grünes langes Kleid“ ist es sehr wahrscheinlich, dass das nicht dort ist

Second Hand in größeren Größen und andere

Second Hand Kleidung für Schwangere und Stillende schien mir anfangs eine Herausforderung. Falls du mich noch nicht kennst, ich habe 2 Kinder. Meine Schwangerschaftskleidung habe ich mir bei zwei Freundinnen geliehen. Eine kurze Hose habe ich mir beim Kreisel geholt. Ich wollte mir nichts Neues kaufen, da ich die Kleidung nur 6 Monate trug und davor wollt ich nicht so viele Ressourcen aufbrauchen. Also immer mal andere Fragen lohnt sich und auch wenn ihr glaubt ihr passt nicht in die Kleidung der Freundinnen rein, testet es einfach mal aus. Dachte ich auch und siehe da es hat doch gepasst.

Second Hand Kleidung ab Größe 44 scheint eine Herausforderung. Wie oben schon genannt empfehle ich dann die Online Plattformen, Kreisel oder Kleinanzeigen. Dort sind echt gute Filtermöglichkeiten und die Größe kann gefiltert werden.
Ich hatte in Berlin in den Second Hand Läden extra auch nachgeschaut und auch dort finden sich Teile ab 44. Wenige.
Ich vermute, dass liegt einfach immer noch daran, das die Nachfrage bei den Größen 36-42 viel höher ist als ab 44 und Produzenten daher lieber das produzieren was deutlich mehr gekauft wird.

Kleiner Tipp: Einfach mal suchen hilft auch oft. In Oldenburg gibt es zum Beispiel einen Second Hand Shop, der sich auf größere Größen spezialisiert hat. Ich habe den auch einfach nur durch eine Suche im Internet gefunden und die Inhaberin direkt angeschrieben und direkt gefragt was sie meinte, warum es wenig Second Hand in großen Größen gibt.
Hier die Antwort von Gabriele von Rubens Secondhandshop:

„Ich denke, das Idol der Frau ist leider noch häufig schlank bis Größe 40! Große Designer stellen Damenmode gar nicht größer her! Ich finde es sehr schade, darum biete ich große Größen an, denn jede Frau ,egal welche Größe hat das Recht auf Nachhaltigkeit und Modische extravagante Kleidung . Gute Kleidung,Naturmaterialien und Herstellung ohne Kinderarbeit ,Ausnutzung von Armen Näherinnen in der Welt, ist neu sehr hochpreisig und deshalb auch nicht für jeden erschwinglich! Um diese Lücke zu schließen biete ich Secondhandmode in großen Größen an. Ich bekomme Kleidung aus ganz Deutschland ,auch per Postwege, von Damen ,die es sich leisten können und gerne Nachhaltigkeit und Wiederverwertung unterstützen möchten! Ich freue mich, das die Anzahl der Menschen sich erhöht die dahinter stehen und an die Umwelt denken!“

1 Kommentare

  1. Pingback: Second Hand ist nicht die nachhaltigste Lösung Wastelesshero

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